itinerant interlude #71

HEAD

Theo Nabicht, bass, contrabass clarinets
Jhomar Besmens, dance

works by Olga Neuwirth, Theo Nabicht

Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten

19 June 2015. Mit Musik und Tanz bringt ITINERANT INTERLUDE #71 neben der musikalisch-akustischen Dimension auch eine räumliche Dimension in die heutige Austellungseröffnung. Bass- und Kontrabassklarinetten-Virtuose Theo Nabicht und Tänzer/Hip Hop artist extraordinaire Jhomar Bestens präsentieren sich gemeinsam, treten in einen Dialog mit HEAD, den musikalischen Werken, dem Raum und dem Publikum.

Angesichts des Titels der Ausstellung HEAD, wie konnte man der Versuchung widerstehen, ein Werk mit dem Titel “Spleen” in das Programm aufzunehmen? Das Stück ist aber natürlich vielmehr. Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth (*1968) hat “Spleen” für Solo-Bassklarinette im Jahr 1994 geschrieben. Inspiriert wurde die Komposition vom ersten “Spleen” Gedicht in Charles Baudelaires Les Fleurs du mal und ist eine regelrechte tour de force, verlangt dem Solisten nahezu Unmögliches ab. “Zahlen die stillstehen, irgendwo in einem fernen gewöhnlichen Sommer” für Kontrabassklarinette wurde von Theo Nabicht (*1963) im Jahr 2008 komponiert und ist Wolfgang Stryi gewidmet. In fast unhörbaren, flüchtigen Tönen, liefert Nabicht eine Hommage, gar eine Art Porträt der Klangwelt des viel verehrten, zu früh verstorbenen Kontrabassklarinettisten-Kollegen. Der Abschluss des Abends bildet eine Improvisation: Musiker und Tänzer treten in einen Dialog miteinander und mit den hier ausgestellten Werken um Klang und Raum neu auszuloten.

With music and dance, ITINERANT INTERLUDE #71 brings a spatial dimension to the musical-acoustic one for this evening’s exhibition opening. Bass and contrabass clarinet virtuoso Theo Nabicht joins forces with dancer/hip hop artist extraordinaire Jhomar Besmens to enter into dialogue with HEAD, the musical compositions, the space and the audience.
With a show entitled HEAD, how is it possible to resist programming a piece with a title such as “Spleen”? The piece is, of course, much more than that. Austrian composer Olga Neuwirth (*1968) wrote “Spleen” for solo bass clarinet in 1994.The work was inspired by Charles Baudelaire’s poem “Spleen” from “Les Fleurs du mal” and is a veritable tour de force, demanding almost the impossible of the player. “Numbers that stand still, somewhere in a distant ordinary summer” was composed by Theo Nabicht (*1963) in 2008 and is dedicated to Wolfgang Stryi. In barely audible, ephemeral sounds, Nabicht presents an homage, indeed, a portrait of the sound world of the widely revered contrabass-clarinet colleague who passed away in 2005. Concluding the evening is an improvisation: musician and dancer will enter into dialogue with each other and the art works in the show to explore the limits of sound and space.

The group show HEAD was curated by Ralf Hartmann. Works by Harald Birck, Matthias Hamann and Kai Teichert.

Theo Nabicht ist ein gefragter Performer als Saxophonist und Bass- und Kontrabassklarinettist in den Bereichen zeitgenössischer und improvisierter Musik. Er ist langjähriges Mitglied des “Kammerensemble Neue Musik Berlin” und auf diversen Platten- und CD-Aufnahmen zu hören. In den letzten Jahren steht die Kontrabassklarinette im Zentrum seines Schaffens, in verschiedensten Duo-Formationen aber auch solistisch. Ständig sucht er das Klangspektrum seines Instrumentes zu erweitern. Seit 2007 spielt Theo Nabicht die Selmer Kontrabassklarinette von Wolfgang Stryi.

Tanzen ist für Jhomar Besmens seit seinem 12. Lebensjahr ein fester Bestandteil seines Lebens. Sein Weg führte über verschiedenste Trainer und Choreografen, bis hin zu einer professionellen Tanzausbildung. Es folgten intensive Fortbildung in Los Angeles, USA sowie das erste Engagement am Theater. Besondere Freude erfährt Besmens in seine Arbeit als Trainer und Dozent für Tanz mit jeglichen Altersstufen – hip hop, Afro-pop und house dance.